Sommer, Sand und Plastikstrände

Endlich ist er da, der Sommerurlaub!

Diesen Liegestuhl habe ich aus Schokostäbchen und Fondant gemacht. 100% essbar und 0% Plastik

Relaxen, Ausschlafen, im Meer schwimmen, die Zehen im warmen Sand einbuddeln, aber Moment mal! Was ist das? Eine Plastiktüte, ein Flaschendeckel, ein Joghurtbecher!?

Leider ist das mittlerweile an fast jedem Strand so. Ein aktueller Artikel vom MDR zeigt, dass unser Müll durch die Meeresströme weiterhin überall an Land gespült wird. (Artikel „Plastikmüll am Traumstrand“)

Müll am Strand eines tropischen Paradieses.

Nicht nur, dass es nicht schön aussieht. Es dauert mehrere Jahrzehnte bis sich Plastik im Meer zersetzt. Eine Plastikflasche braucht sogar 450 Jahre! Jährlich sterben bis zu 100.000 Meeressäugetiere und 1 Millionen Seevögel, weil sie Plastik gefressen oder sich darin verfangen haben. (Quelle: The Marine Mammal Center)

Zum Beispiel Schildkröten, die Plastiktüten mit Quallen verwechseln

Qualle oder Plastiktüte? Schildkröten sehen keinen Unterschied.

Oder Vögel, die glauben kleine Plastikteile seien Nahrung. Hier sind die Laysan Albatrosse auf den Midway Atollen ein tragisches Beispiel wie unser Plastikmüll auch an den entlegensten Stränden für Leid und Tod sorgen. Der Fotograf Chris Jordan hat das Leben und Sterben dieser prächtigen Vögel in seinem Film “Albatross” dokumentiert. Hier geht’s zur Website des Films.

Und dann gibt es noch das Problem des Mikroplastiks. Das sind entweder winzig kleine Plastikpartikel, die aus dem zersetzenden Plastikabfall entstehen oder die bewusst in Kosmetika (z.B. Duschgel mit Peelingeffekt oder Schleifmittel in Zahnpasta) eingesetzt werden.

Woher kommt der Müll?
Die Infographik vom WWF zeigt sehr übersichtlich woher der Müll in unseren Meeren kommt: Vom Land via Abwasser und Flüsse, aus der Kosmetik, von Schiffen, vom Fischfang und vom Strand.

Wie kann ich helfen?
1. Müll am Strand aufheben –  „Gehört mir nicht“, zählt nicht. Ich habe jetzt immer einen Beutel bei mir, wenn ich am Strand spazieren gehe.
2. Raucher – Auch wenn es kein Plastik ist – bitte eure Zigaretten nicht einfach in den Sand werfen, sondern in einem Behälter sammeln und in die Mülltonne werfen. Vögel verwechseln diese Stummel auch mit Futter.
3. Eigenen Müll mitnehmen –  Am Ende eines Strandtages ist man müde und möchte schnell zurück ins Hotel/Appartement. Da lassen einige Mitmenschen oft einfach alles am Strand liegen. Die Müllabfuhr kümmert sich schon darum. Oft genug ist es aber der Wind, der den Müll aufs offene Meer weht. Also, Müll mitnehmen und in die Mülltonne werfen. Das gilt auch für Parkbesuche, Grillen an Flüssen etc.
4. Plastik vermeiden – Ja, ich weiß, sehr schwierig. Aber man kann klein anfangen. Z.B. feste Seife statt Duschgels verwenden, Verpackungen aus Glas statt Plastik. Mehr Infos gibt es bei den sog. Zero-Waste Anhängern. In Deutschland bekannt ist Shia, die auf ihrem Blog „Wasteland Rebel“ unkomplizierte und alltagstaugliche Tipps verrät. Denn über 50% des Kunststoffmülls in Deutschland wird „energetisch“ verwertet, sprich verbrannt. (Quelle: Umweltbundesamt)
5. Mikroplastik vermeiden – Keine Kosmetik oder Reinigungsmittel kaufen, die Mikroplastik enthalten. Mehr Infos hinter welchen Begriffen sich Mikroplastik versteckt gibt es bei der Kampagne „Plastik in Kosmetik“ bei Greenpeace. oder auf der Website Mikroplastik.

Zum Schluss noch ein kurzer Animationsfilm zum Thema. Wenn es mal so geschehen würde! 😉

Ich wünsche Euch einen wundervollen müllfreien Strandurlaub.

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