„Gesprenkeltes Ei“ Torte für Ostern (Möhrentorte Nr. 2)

Bei dieser Torte habe ich wieder eine Menge gelernt!

Geschmack
Summers Möhrenkuchen schmeckt so köstlich! Wieso habe ich sie erst nach zwei Jahren wieder gebacken? Hier ein Foto von der ersten Torte.

Ofenthermometer
Sehr nützlich. Aber ihn einfach im Ofen herumliegen zu lassen, wird nicht helfen. Man muss ihn auch benutzen. Und das habe ich anfangs auch. Wirklich. Schon fast fanatisch. Kein Kuchen ging in den Ofen ohne nicht vorher das Thermometer zu konsultieren. Aber dann wurde ich faul und dachte ich wüsste wie mein Ofen backt. Offenbar nicht. Denn über die Jahre ist er auch älter geworden und backt zwischen 10-15°C kühler als die eingestellte Temperatur. Vielleicht okay für manche Kuchen, aber nicht für diesen.

Sei kreativ
Ein nicht durchgebackener Kuchen bedeutet nicht immer das Ende. Okay, wenn es ein Mud Cake (Schokoschlamm-Kuchen) gewesen wäre, hätte der Trick vermutlich nicht funktioniert, aber bei dieser Torte hat es.

Ich hatte die ersten beiden Kuchen zusammen gebacken, da ich nur zwei runde 20 cm Backformen besitze. Gut für den dritten Kuchen, denn so hatte ich Zeit herauszufinden, was geschehen war – beim Abkühlen sanken die Kuchen in der Mitte ein – und konnte die Ofentemperatur anpassen. Bevor ihr fragt, ja, ich hatte mit einem Zahnstocher überprüft, ob der Kuchen fertig ist. Da der Kuchen jedoch per se sehr saftig ist, dachte ich, dass es einfach die Konsistenz ist. Oder brauche ich eine neue Brille?

Ich habe die Mitten herausgestochen und für weitere 10 Minuten gebacken. Beim Zusammensetzen des Kuchens habe ich sie mit der Buttercreme wieder eingeklebt und mit zusätzlicher Buttercreme nivelliert.

Kuchen mit versteckten Überraschungen in der Mitte sind momentan recht beliebt. Das wäre auch eine Möglichkeit gewesen. Und als letzte Möglichkeit gehen immer Cake Pops. Mmm, wenn ich so darüber nachdenke, hätte das sehr niedlich ausgesehen: kleine gesprenkelte eierförmige Cake Pops. Nächstes Mal.

Oben – so sollte es sein / Mitte – Upps! / Unten – nachgebackene Mitten (Foto etwas zu dunkel, es sind keine Gemüseburger 😉

Es gibt immer mehr als eine Methode
Frischkäse Creme anders herum zu machen, ist für mich die bessere Methode. Nach dem flüssigen Desaster bei meiner Bananentorte wollte ich dieses Mal kein Risiko eingehen. Vor allem nach dem ganzen Drama mit der Backtemperatur. Ich hatte mir zuvor nochmals einige Rezepte durchgelesen und alle haben erst die Butter und den Frischkäse vermischt und dann den Puderzucker dazu gegeben. Aber man sprach von Frischkäse in Blöcken und nicht aus Schalen, da dieser mehr Flüssigkeit enthält. Und ich habe Frischkäse aus Schalen verwendet. Und zwar einen veganen Frischkäse von „Simply Vegan“, einer deutschen Marke. Sie wird aus Mandeln hergestellt. Sehr lecker. Zunächst habe ich einfach eine Buttercreme aus 250 g Margarine, 500 g Puderzucker und einem TL Vanilleextrakt hergestellt. Den Frischkäse habe ich in einem Sieb abtropfen lassen, in einer Schüssel etwas weich gestrichen und dann unter die Buttercreme gehoben. Perfekt!

Vodka geht immer
Das Motiv für die Torte habe ich bei The Cake Blog gesehen. Um den gesprenkelten Look zu bekommen, wurde hier Kakaopulver mit Vanilleextrakt vermischt, um die Schokofarbe dann mit einem Pinsel auf die Torte zu spritzen. Da ich meinen teuren Vanilleextrakt nicht verwenden wollte – wir Hobbybäcker haben nicht diese großen Profiflaschen – habe ich Vodka genommen, und es hat super geklappt. Genauso wie beim Malen auf Fondant verdunstet der Vodka.

Die Schokokörbchen sind super einfach zu machen und können einige Tage im Voraus hergestellt werden. Ein wenig Schokolade schmelzen (ich habe 100 g genommen) und in einen kleinen Spritzbeutel umfüllen. Dann einfach kreuz und quer über kleine Eiswürfel spritzen. Die Schokolade wird schnell hart und ihr könnt die Körbchen vorsichtig abnehmen.

Links
Dekoidee „Gesprenkeltes Ei“ von The Cake Blog
Schokokörbchen von Ann Reardon, How To Cook That

Summers Rezept ist fast durchgängig auch in Gramm geschrieben, aber die Angabe der Möhren oder der Ananas in ml fand ich etwas umständlich. Also habe ich euch das Rezept mal übersetzt. Hier der Link zu Summers Seite, CakePaperParty, wer sich das englische Rezept trotzdem auch anschauen möchte.

Zutaten Kuchen
115 g weiche Butter oder Margarine
200 g Sonnenblumenöl
200 g Zucker
230 g brauner Zucker
4 Eier (M-L)
15 ml Vanilleextrakt

320 g Mehl
1 TL (5 ml) Backpulver
1 TL (5 ml) Natron
½ TL 3 ml) Salz
2 ¼ TL (11 ml) Zimt
½ TL (3 ml) geriebene Muskatnuss
1 TL (5 ml) frisch geriebenen Ingwer

300 g Möhren, fein gerieben – das waren bei mir 4 mittel große Möhren
425 g Dose Ananas Stückchen oder Scheiben (Abtropfgewicht 270 g, Ananas kurz grob pürieren/klein hacken, über einem Sieb abtropfen lassen und mit der Hand überschüssigen Saft herausdrücken. Gewicht war bei mir dann 150 g)
120 g grob gehackte Walnüsse (optional)
80 g Rosinen (optional)

Zutaten Füllung
Summer hat ein Swiss Meringue Frischkäse Frosting verwendet. Das Rezept findet ihr im Link oben. Ich habe wie anfangs beschrieben eine andere Füllung zubereitet.

Zubereitung
Ofen auf 175°C vorheizen. Drei 20 cm runde Backformen einfetten, Ränder mit Mehl bestäuben, Boden mit Backpapier auslegen. Dieses Mal habe ich den Kuchen auch in drei Schichten gebacken. Beim ersten Mal habe ich den Teig auf zwei Formen aufgeteilt (längere Backzeit!).

Butter/Margarine, Öl und die beiden Zuckersorten für 2 Minuten auf mittel-hoher Stufe (auf meinem Kitchen Aid ist das Stufe 6) zusammenschlagen. Eier nacheinander hinzufügen und schlagen bis alles gut vermischt ist. Vanilleextrakt hinzufügen.

In einer getrennten Schüssel das Mehl, Backpulver, Natron, Salz, Zimt und Muskatnuss mit einem Schneebesen vermischen. Mixer auf niedrigste Stufe einstellen und die trockenen Zutaten langsam unterrühren. Dann Geschwindigkeit auf mittel-hoch (6) erhöhen und für ca. 1 Minute schlagen.

Möhren, Ananas, Ingwer, Walnüsse und Rosinen hinzufügen und gut verrühren.

Auf die Backformen aufteilen und für ca. 25-30 Minuten backen. Wenn ihr den Teig auf zwei Formen verteilt, dann erhöht sich die Backzeit. Stäbchentest! Der Kuchen tendiert dazu oben etwas braun zu werden. Beim ersten Mal habe ich den Kuchen deshalb die letzten 10 Minuten mit etwas Backpapier in Alufolie eingeschlagen, abgedeckt.

Kuchen 10 Minuten in der Backform auskühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen und komplett auskühlen lassen. Vor dem Füllen muss der Kuchen vollständig ausgekühlt sein. Ich habe beide Male den Kuchen am Vortag gebacken.

Viel Spaß beim Backen!

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